Ev.-Luth. Kirchgemeinde Böhlitz-Ehrenberg
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Strukturreform - Landessynode 

Einstimmiger Beschluss der Drucksache 135


Die Landessynode hat am gestrigen Samstag Abend folgenden Beschluss zur Struktur gefasst:


Weiterentwicklung der gesetzlichen Grundlagen für die Ausgestaltung der Struktur- und Stellenplanung ab 2020 in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens

Die Landessynode dankt allen, die sich mit Vorschlägen, Eingaben und Diskussionsbeiträgen am bisherigen Entscheidungsfindungsprozess bezüglich der künftigen Kirchgemeindestrukturen und der Entwicklung der Berufsbilder beteiligt haben. Sie würdigt diesen Prozess als wertvoll und hilfreich. Sie erkennt darin eine wichtige Möglichkeit, die Kirchgemeinden, Regionen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Landeskirche in notwendige Veränderungsprozesse einzubeziehen.

Nach Prüfung und Diskussion der vorgeschlagenen Modelle und unter Aufnahme von Vorschlägen aus diesen Modellen und anderen Anregungen sollen bei der Erarbeitung der gesetzlichen Grundlagen für die Struktur- und Stellenplanung ab 2020 die Aspekte von Nähe und Flexibilität sowie ein klarer und vertrauensvoller Blick auf die Herausforderungen der Zukunft leitend sein.

Das Landeskirchenamt wird gebeten, zur Frühjahrstagung 2018 ein weiterentwickeltes Kirchgemeindestrukturgesetz nebst ggf. weiteren erforderlichen Gesetzesanpassungen vorzulegen. Dabei sollen folgende Eckpunkte berücksichtigt werden:

  • Den Kirchgemeinden ist in den künftigen Arbeitsstrukturen die Selbständigkeit zu erhalten, indem sie einen eigenen Kirchenvorstand bilden, der über einen Haushalt der Kirchgemeinde beschließt und die Stellenbesetzung im Verkündigungsdienst für den Bereich der Kirchgemeinde mitentscheidet.
  • Für Kirchgemeinden, die in einem Schwesterkirchverhältnis zusammenarbeiten oder einem solchen beitreten, sind entscheidungsbefugte Strukturen (beschließende Ausschüsse) für den Einsatz der Stellen im Verkündigungsdienst in das Kirchgemeindestrukturgesetz einzuarbeiten sowie die Zuständigkeiten in der Pfarramtsleitung zu klären.
  • Das Ziel, auskömmliche Beschäftigungsverhältnisse in förderlichen Arbeitsstrukturen zu schaffen, ist zu beachten. Bestehende Initiativen und Absprachen für die regionale Zusammenarbeit sollen erhalten bleiben, gestärkt und weiterentwickelt werden.
  • Als zeitlicher Horizont für die Gestaltung der Arbeitsstrukturen der Kirchgemeinden ist anzustreben, dass diese bis ca. 2040 Bestand haben, gegebenenfalls aber in mehreren Schritten umgesetzt werden können.
Quelle: https://engagiert.evlks.de/landeskirche/mehr-zu/landessynode/berichte/sonnabend-18-november-2017/
 

Der Strukturausschuss des Kirchenbezirkes Leipzig bemerkt dazu im 9. Leipziger Strukturbrief:

In der Sondersitzung der Kirchenbezirkssynode am 20. Oktober 2017 hat der Strukturausschuss darauf hingewiesen, dass die Diskussion um die Modelle der Struktur zwar für die einzelnen Gemeinden von hoher Relevanz sein mag, für die Möglichkeiten der Stellenplanung insgesamt in Leipzig aber andere Weichenstellungen viel entscheidender sind.
Dies sollte über der grundsätzlichen Debatte um Modelle nicht vergessen werden. Deshalb hier noch einmal:
 

Die Forderungen des Strukturausschuss an die Landessynodalen,

vorgetragen zur Sondersitzung der Kirchenbezirkssynode
am 20. Oktober 2017:

  1. Statistischen Grundlagen hinterfragen

Sämtlich Kürzungen, die in Leipzig anstehen müssen zur Bewährung ausgesetzt werde. Kürzungen sollen, wo sie trotz allem noch nötig erscheinen, zunächst als Z-Stellen bis 2025 realisiert werden. Das würde uns eine Wiederbesetzung vakanter Stellen ermöglichen und die Kürzungen würden sich, falls dann noch erforderlich ist, nur um 6 Jahre verschieben (das müsste ein auch in Zahlen kalkulierbares Risiko sein).
Erinnerung an Eingabe vom Dezember 2016 (Kurve GG Leipzig/ Vgl. Berechnung Landesamt)
 

  1. Korrektur der Rechenfehler jetzt!

Mit der Eingabe vom März 2017 hat der Strukturausschuss auf ein mathematisches Phänomen hingewiesen, das zum Überhang von Dreigespannen im Jahr 2040 führt, und das durch die Dynamik von Wanderungs- und Wachstumsbewegung in Dresden und Leipzig verursacht wird. Dieser Systemfehler muss jetzt ausgeglichen werden (und nicht erst 2025). Ich habe kein Vertrauen darin, dass wir auch nur eine Stelle wieder zurückbekommen für eine wachsende Stadt, wenn das Land weiter schrumpfen wird. Ich sehe schon jetzt keine Bereitschaft auf unterschiedliche Ausgangslagen unterschiedliche Antworten zu finden. Warum sollte sich das 2025 ändern.
 

  1. Flexibilisierung der geforderten Gemeindegrößen

Wir fordern eine Flexibilisierung der angestrebten Gemeindegrößen im Bereich von 4000-6000 Gemeindegliedern im Ermessen des Kirchenbezirks. Beurteilungsmaßstab soll die jeweilige Gemeindesituation und die Einschätzung des Strukturausschuss zu Stellenstruktur und Größe sein (auskömmlich und förderliche Stellen).
 

  1. Gleiches Recht für die ländlichen Strukturen im Kirchenbezirk außerhalb der Stadt Leipzig

Die Zuweisung von Stellenanteilen für die Regionen in Städten unter 40.000 Einwohnern muss auch für die „ländlichen“ Regionen im Kirchenbezirk Leipzigs berücksichtigt. Die abzufedernden Phänomene sind die gleichen, wie auf dem Land (viele Predigtstellen wenig Gemeindeglieder - mit dem Unterschied, dass es sich bei uns ebenfalls um potenzielle Wachstumsbereiche im Speckgürtel handelt, oder um sog. „versteckte Perlen“