Ev.-Luth. Kirchgemeinde Böhlitz-Ehrenberg
Ev.-Luth. Kirchgemeinde Böhlitz-Ehrenberg

Geschichte der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde Böhlitz-Ehrenberg

 

Eine evangelische Gemeinde gibt es in Böhlitz-Ehrenberg seit etwa 100 Jahren. Bis dahin gehörten die evangelischen Christen zur Parochie (Pfarrei) Gundorf, die die Orte Burghausen, Gundorf, Böhlitz-Ehrenberg und den Gutsbezirk Barneck umfasste.

Böhlitz-Ehrenberg wuchs zu Beginn des 20. Jh., einhergehend mit der wirtschaftlichen Entwicklung des Ortes, stark an und mit der steigenden Bevölkerungszahl erhöhte sich auch das Kirchenabgabenaufkommen. So reiften in Böhlitz-Ehrenberg die Gedanken zur Gründung eines eigenen Kirchenwesens. Zunächst feierte man in der Aula der im Jahr 1903 neu erbauten heutigen Pestalozzischule Gottesdienst, bis man sich 1909 mit der Bitte um eine so genannte Auspfarrung an das Ev. Luth. Landeskonsistorium wandte. Am 1. Januar 1910 trat der Auspfarrungsvertrag mit der „Mutterkirche“ Gundorf in Kraft, der die selbständige Kirchgemeinde Böhlitz-Ehrenberg begründete. Dem ersten Kirchenvorstand gehörten unter anderen prominente Böhlitz-Ehrenberger wie der Schuldirektor Clemens Bartsch, die Fabrikbesitzer Wilhelm Hanke und Walter Schlobach und der Gutsbesitzer Oskar Pflaume an.

Auf dem Schulhof wurde ein Glockenturm errichtet und am 9.April 1911 konnten zwei Glocken geweiht werden, welche der Fabrikant Carl Hinné gestiftet hatte.

 

Im Jahr 2010 konnte die Ev. Luth. Kirchgemeinde Böhlitz-Ehrenberg ihren 100. Geburtstag feiern. Seit ihrer Gründung hat die Gemeinde in den verschiedenen politischen Systemen, Kaiserreich, Nationalsozialismus, DDR und Bundesrepublik eine sehr wechselvolle Geschichte durchlebt. Dessen ungeachtet haben ihre Mitglieder immer versucht, ein lebendiges Gemeindeleben aufrecht zu erhalten. So hat der Posaunenchor seit seiner Gründung im Jahr 1932 die Gemeinde bei Gottesdiensten und vielen Festen begleitet. Seit dem Dienstantrittes des ersten Kantors, Theodor Andrä (1876-1946), taten bis in die 70er Jahre festangestellte Kantoren ihren Dienst. Zur Gemeinde gehörte fast immer auch ein Kirchenchor.

Seit über 60 Jahren werden enge Kontakte zu einer evangelischen Partnerkirchgemeinde in Kirchtimke (Nordniedersachsen) durch wechselseitige jährliche Besuche und regen Gedanken und Erfahrungsaustausch gepflegt.

Die Kirchgemeinde erfreut sich einer lebendigen Ökumene, die gemeinsam mit den katholischen Christen der benachbarten St.Hedwig-Gemeinde gelebt wird.

Zur Kirchgemeinde Böhlitz-Ehrenberg gehören heute ungefähr 700 Christen.

Pfarrer Reinhard Enders ist inzwischen der siebente in der Reihe der Pfarrer der Kirchgemeinde. Seit den 1990er Jahren steht die Kirchgemeinde Böhlitz-Ehrenberg infolge einer sinkenden Zahl von Gemeindemitgliedern vor großen Herausforderungen. Auf lange Sicht werden Veränderungen in den kirchgemeindlichen Strukturen in Böhlitz-Ehrenberg wie auch in den benachbarten Kirchgemeinden unumgänglich sein.

Die Kirchgemeinde Böhlitz-Ehrenberg will keine geschlossene Gemeinschaft bilden, sondern offen sein für alle, die an den Fragen des Lebens und des Glaubens interessiert sind, einen Ort der Ruhe und Besinnung suchen oder sich an der einmaligen architektonischen Gestaltung des Gebäudes erfreuen wollen. Sie sind uns herzlich willkommen!    

 

Quelle: unter Verwendung von Texten des Heftes „100 Jahre ev. luth. Kirchgemeinde Böhlitz-Ehrenberg“ , erschienen 2010